SportAlex__ (3 von 7)Ich habe lange überlegt welches Thema mein heutiger Artikel umfassen soll und ich habe lange überlegt ob ich die richtigen Worte finde um das gestern aufgekommene Thema aufzugreifen und meine Meinung objektiv und sachlich verständlich zu machen. Jetzt bin ich mir noch immer unsicher, ob es die richtige Themenwahl gewesen ist.. Aber schaut rein und beurteilt selbst.

Gestern ist die endgültige Ergebnisliste der GNBF (German Natural Bodybuilding Ferderation) mit Berücksichtigung der Dopingergebnisse online gegangen. Insgesamt 4 Athleten wurden dabei positiv getestet, disqualifiziert und ihre Titel wurden ihnen entsprechend aberkannt. Darunter fallen bis dahin von der GNBF als ‚Flakschiff‘ genutzte Athleten. Im Anschluss an die Veröffentlichung der Ergebnisse ist die Internetszene in ganz schöne Unruhe verfallen. Anhänger des Sports und des Verbandes haben ihre Enttäuschung deutlich gemacht und meist auch auf eine unsachliche Art. Ebenfalls ist in einer Onlinecommunity eine mehr oder minder allgemeine Diskussion zum Thema ‚Stoff‘ bzw. Dopingmissbrauch entstanden. Sätze wie „Doping gehört zum Bodybuilding“ dazu sind gefallen. Das versuche ich im nun folgenden Teil, beeinflusst durch meine persönliche Meinung, einmal näher zu betrachten, um euch vielleicht auch den einen oder anderen Denkanstoß zu geben.

Für die Leser aller anderen Sportarten tut es mir leid, doch im Fokus werde ich in diesem Artikel immer wieder Bezug auf das Wettkampf-Bodybuilding legen.. doch wo fange ich an. Die Komplexität des Themas macht es mir fast unmöglich einen für mich zufriedenstellenden Einstieg in das Thema zu finden.

„Doping gehört dazu..“, ich habe dieser Aussage entgegengestellt, dass ich sie als absolut schwachsinnig empfinde und dies mit meinem Ergebnis der letzten Wettkampfsaison begründet. Einen Sport zu betreiben und in einem Sport gut zu werden bedarf nicht immer den Einsatz von Dopingmitteln. Ich habe den Eindruck diese Ansicht schwirrt in vielen Köpfen herum. Nicht um sonst müssen sich, vor allem im Bodybuilding, viele Athleten (ob nun Hobby- oder Wettkampfathlet) immer wieder oberflächliche Vorwürfe oder Vorurteile anhören. „Was nimmst du?“ ist eine beliebte Frage, wenn eher weniger erfolgreiche Sportler einem eher erfolgreicheren Sportler begegnen. Auch ich habe mich insbesondere in meiner ersten Wettkampfsaison mit diesen Umständen auseinander setzen müssen. Man betrachte die Ironie an der Sache, dass ich in dieser Saison noch bis zu 6-7kg leichter gewesen bin und eigentlich nicht mehr viel an mir dran war. Optische Merkmale wie ein schlechtes Hautbild oder der Bezug auf die Geschwindigkeit der Entwicklung beurteilt anhand von Bildmaterial werden zur Begründung von Vorwürfen herangezogen. Gerade das Bodybuilding, ‚geschuldet‘ durch die großen internationalen Wettkämpfe und die Entwicklung der Vergangenheit hat dazu beigetragen, dass der Anfänger bzw. allgemein die Gesellschaft kein Gefühl mehr dafür hat, was ohne Dopingmissbrauch, allein durch den Willen, die individuelle Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und die natürliche Veranlagung möglich ist. Der Wettkampfsport Bodybuilding hat dieses Problem, weil es für die Masse der Menschen ‚offensichtlich‘ ist. Man sieht den Dopingmissbrauch ja bekanntlich auf den ersten Blick… Der Trugschluss, dass es nur dieser Sportart so ergeht ist allerdings ein falscher. Auf YouTube gibt es eine interessante Reportage mit dem Titel Blut und Spiele. Dieser Vierteiler macht klar, dass jeder Hochleistungssport auf Weltklasseniveau mit diesem ‚Problem‘ konfrontiert ist. Das soll aber gar nicht die Thematik sein.

Ich komme wieder zurück auf „Doping gehört dazu..“. Ist das wirklich so? Ich nenne noch einmal mich selbst und die vergangene Wettkampfsaison als Beispiel, was auch ohne Dopingmissbrauch möglich ist. Ich gehöre sicherlich nicht zu denjenigen, welche diesen Umstand nutzen um sich damit Aufmerksamkeit zu verschaffen. Jene, welche am lautesten brüllen, sind meist ganz klein mit Hut wenn es drauf an kommt… Vielmehr geht es mir darum euch als meine Leser und möglichst auch denjenigen, welchen ihr diesen Artikel eventuell weiter empfehlt aufzuzeigen, was auch auf dem Wege ‚ohne Dopingmissbrauch‘ möglich ist. Es steht außer Frage, dass auf absoluten Spitzenniveau der Konsum von Dopingmittel notwendig ist, um konkurrenzfähig zu sein. Das wird durch die YouTube-Reportage und der Dopingskandal im Radrennsport deutlich. Alle Topergebnisse, welche irgendwann aufgrund positiver Dopingtests aberkannt wurden und dann doch wieder durch einen nicht positiv getesteten Athleten gebrochen wurden sind mit einer gesunden Skepsis und krichtisch zu betrachten, JA. Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Sportart oder eine Gruppe von Sportlern unter Generalverdacht gestellt werden darf oder aber daraus der Schluss gezogen werden muss, dass doping einfach dazu gehört.

Jeder sollte sich die Frage stellen, ob er denn wirklich zur Hochleistungsspitze gehören möchte und ob diese Zugehörigkeit und die damit höchstwahrscheinlich verbundene Nutzung von Dopingmitteln die Risiken rechtfertigen. Wer sich ein wenig im Wettkampfbodybuilding umschaut, der wird unweigerlich feststellen, dass es einige Todesfälle gibt. Wie es in anderen Sportarten ist, das vermag ich nicht zu beurteilen, damit setze ich mich nicht auseinander. Klar sollte jedoch jedem sein, dass diese verfrühten Todesfälle sicherlich nicht aus dem nichts gekommen sind und auch keine Zufälligkeit der Natur ist. Der Dopingmissbrauch kann und wird seinen Teil dazu beigetragen haben..

Es sollte sich auch jeder die Frage stellen, was für einen selbst die Definition von gut ist. Gut gemessen im Vergleich der Elite, im Vergleich der Weltspitze oder gut gemessen im Vergleich des ‚Durchschnitts‘? Was ist das persönliche Ziel? Die Frage des Einsatzes von Dopingmittel sollte grundsätzlich verneint werden. Wenn jedoch die Entscheidung FÜR den Einsatz von Dopingmittel getroffen wird, dann sollte wenigstens das Knowhow dahinter stecken. Knowhow bedeutet in diesem Zusammenhang die Leidenschaft, Leidensfähigkeit, Disziplin und das Ziel sich auf gleichem Niveau auf Weltklasseniveau zu vergleichen. Ich muss sagen ich bin in dieser Hinsicht in gewisser weiße in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite kann ich es verstehen und trotz des Verständnisses in gewissem Maße stelle ich mir die Frage nach dem Warum? Warum tue ich das meinem eigenen Körper an.

Bevor ich zum Abschluss komme möchte ich noch auf einen mir sehr wichtigen Punkt hinweisen. Mir geht es nicht darum, Athleten menschlich zu verurteilen, weil sie Dopingmittel genutzt haben. Sie sind ebenso Mensch wie jeder andere auch. Mittlerweile kenne ich einige Personen, welche Dopingmittel benutzt haben oder noch immer benutzen um in ihrem Sport weiter zu kommen. Der Dopingmissbrauch ändert aber nichts daran, dass sie auf zwischenmenschlicher Ebene umgänglich sind, einen guten Charakter haben und ich mich mit ihnen super verstehe. Wenn sich diese Sportler dann noch im Hochleistungssegment befinden und das ganze unter Betreuung machen.., dann kann ich das mit Bauchschmerzen verstehen. Die viel größere Problematik sehe ich darin, dass jeder 0815-Hobbysportler in der Lage ist ‚an der nächsten Ecke‘ an Dopingmittel ran zu kommen, sich nicht mit der Sauberkeit oder objektiv mit der Wirkungsweise nicht auseinander setzt, wohlmöglich das Prinzip „viel hilft viel“ anwendet und dieses Prinzip immer stärker wird, weil keine Fortschritte stattfinden was nicht dem Dopingmittel geschuldet ist sondern den zu anfangs aufgezeigten Eigenschaften: Bissfähigkeit, Leidensfähigkeit, leistungsbereitschaft und natürliche Veranlagung.

Was soll die Message sein? Leute überlegt euch gut, ob ihr euch extern Hormone spritzt um eure Leistungsfähigkeit zu verbessern. Macht euch die Risiken klar und hinterfragt euch selbst zuerst einmal, was überhaupt euer Ziel ist. Jeder ‚Amateur‘-Sportler im dem Sinne, dass er nicht auf vergleichswettkämpfe geht… Wozu Dopingmittel? Zumal Dopingmittel kein Wunderpräparat ist. Auch Dopingmittel bringen dem einzelnen herzlich wenig, wenn nicht Training und Ernährung im Einklang in die gleiche Richtung zielen. Letzten Endes kann ich diese Frage niemandem beantworten, diese Frage kann sich nur jeder selbst beantworten. Dennoch hoffe ich, dass klar geworden ist, dass zunächst die richtigen Fragen gestellt werden müssen bevor die Antwort gesucht wird und das Ziel dieses Artikels ist es euch für die richtigen Fragen zu sensibilisieren.

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