Nach einem erfolgreichen Wiedereinstieg nach der schwierigen zweiten Woche ging es mit dem Flug nach Halifax in den letzten herausfordernden Abschnitt des Urlaubs. Meine Unterkunftsmöglichkeiten sowie die Koch- und Essmöglichkeiten sind mir auf dem Flug selbst noch unbekannt gewesen. Was ich aber wusste, dass ich die ein oder andere Box in Halifax ausprobieren wollte.

Gleich der erste Tag an der Ostküste war… nicht der ideale. Zum Einstieg in den Tag gab es einen kleinen Salat mit naja… ein bisschen Hühnchen und Schrimps, nicht die Welt und nicht das, was ich normalerweise in der ersten Portion habe. Auch würde ich annehmen, dass die Portion Fett wesentlich kleiner war, als ich in dieser Mahlzeit ‚gewohnt‘ bin. Mit diesem Moment ist mir klar gewesen, die letzte Woche wird ebenso wie die Woche zuvor in Vancouver… anstrengend werden! Da meine Supplementversorgung ausgegangen ist habe ich in einem Popeyes Supplement-Store zunächst für Nachschub gesorgt. Abends bin ich noch trainieren gegangen und als zweite und abschließende Mahlzeit des Tages gab es Steak. Rückblickend eine sehr ernüchternde Bilanz…

                Etwas Salat mit ca. 100g Hühnchen und 75g Schrimps, ca. 15-20g Öl

                Ca 50g Wheyprotein

                3 Proteinriegel (zerocarbs)

1 großes Steak, mittlere Portion Kartoffeln, viel gedünstetes Gemüse, zwei Scheiben Brot und drei glutenfreie Cookies

Es blieben noch 5 Tage möglichst sauber zu überwinden, wobei 1 Tag die Hochzeit selbst sein sollte und dieser alles andere als clean werden würde.

Der Tag vor der Hochzeit lief in Sachen Diät wirklich gut, zumindest bis zum Nachmittag. Dann ging das ungute Gefühl los. Ihr müsst wissen, es gibt ein paar Elemente, welche eine Vorbereitung – neben hartem Training und einer strikten Ernährung – erfolgreich und erträglich machen: Eine Wage zum Wiegen des eigenen Körpergewichtes, ein gewohnter und recht strikter Tagesrythmus, damit man auf der sicheren Seite ist, was die Energiebilanz betrifft oder aber ein geschultes, objektives und ehrliches Auge. Mit Verlassen von Edmonton hatte ich nichts davon. Also es war der Nachmittag/Abend angebrochen und ich habe erneut angefangen meinen Fortschritt und meine Form in Frage zu stellen. Zweifel haben sich breit gemacht zumal ich erneut registriert hatte, dass die Zeit bis zum Wettkampf sich drastisch verkürzt hat. 42 Tage standen auf der Uhr, also noch exakt 6 Wochen und das betrübte mich an dem Tag. In Bezug auf die Wettkampfvorbereitung wurde es unbedingt Zeit, zurück in meinen gewohnten Tagesrythmus zu kommen, zurück nach Deutschland zu kommen. Anyways, es half ja nichts. Nach dem ich mich den ganzen Abend lang mit einem unguten Gefühl geplagt hatte, habe ich es dann doch irgendwann zum Barbecue geschafft und konnte, nach meiner letzten Mahlzeit für diesen Tag endlich etwas entspannen.

Für die Hochzeit selbst, ein neuer Tag, eine neue Chance, habe ich mir einen Cheatday eingerichtet. Ich habe meinen Tag mit etwas Fleisch und Salat gestartet sowie zwischendurch einen Shake getrunken um auf das große Fressen vorbereitet zu sein und dennoch im Defizit zu bleiben. Puuuh… Welch Ernüchterung, als ich festgestellt habe, dass es gar nicht – wie zunächst erwartet hatte – zum großen Essen wegen einem großen Buffet gekommen ist. Es gab ein Dreigangmenü serviert und somit die kcal-Zufuhr überschaubar. Weil ich wusste, dass mein Defizit damit zu groß war, habe ich für den Snack rein gehauen. Es gab Minipizza und Kuchen. Alles in allem würde ich sagen es war ein überschaubarer Cheatday, eine wundervolle Hochzeit und ein wundervoller, entspannender Tag mit der ‚alten‘ und neu dazu gekommenen Familie in Übersee. Ich bin froh, trotz der Diät und trotz der harten Zeit das auf mich genommen zu haben. Diese Erfahrung festigt mehr und mehr mein Denken über eine Wettkampfvorbereitung. Ja ihr müsst diszipliniert sein und ja es wird hart. Ja ihr müsst strikt sein, nur dann wird der Erfolg belohnt ABER wenn das eigene Leben und Vergnügen zu kurz kommt solltet ihr über zwei Dinge nachdenken: 1. Ist es das wirklich wert? bzw. 2. Was mache ich falsch? Nun an dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und etwas abschweifen. In der Vergangenheit habe ich immer gesagt: „Mir egal, das ist mein Ziel, das ist mein Weg.“, getreu mit dem Motto mit dem Kopf durch die Wand ohne Rücksicht auf Verluste. In gewisser weiße bin ich froh, dies einmal für 6 Monate so durchgezogen zu haben. Das Leben ist aber zu kurz und es gibt andere Dinge, welche das Leben weitaus mehr mit Freude erfüllen als sich jedes Jahr erneut auf die Bühne zu quälen. Es gibt eine harte Wettkampfphase, in der das Ziel klar sein sollte in die volle Konzentration darauf gelegt werden sollte. Wenn diese aber 24/7/12 geht ohne Rücksicht auf die anderen Dinge im Leben – Nein, das ist es mir definitiv nicht mehr wert! Es gibt Wege, Philosophien, Ernährungsmethoden etc. um eine Wettkampfvorbereitung mit Vergnügen in Einklang zu bringen. Anders ausgedrückt: Eine Wettkampfvorbereitung bedeutet nicht auf Spaß am Leben, Freude und Vergnügen zu verzichten! Allerhöchstens macht es die Dinge komplizierter…

Okay kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Thema: Die Hochzeit war rum, es war Sonntag und die letzten Tage des Urlaubs sind angebrochen.

Nach einem verregneten Sonntag brachte der Montag nur noch mehr Sonne. Zurück in einem Haus mit Küche bin ich voll motiviert mit einem Kaffee in den Tag gestartet. Um 09:00 Uhr habe ich mich auf den Weg zu CrossFit Exertion. Nachdem ich beim ersten Mal die falsche Abfahrt genommen habe und 15 Minuten zu späte gekommen bin sind wir in ein – wie ich feststellen durfte – für mich hartes Training eingestiegen.

Neben weighted Pullups und heavy Jerks als Kraftteil gestaltete sich das WOD wie folgt:

4 Rounds

Timer 3:30 Minuten

RM unbroken Pullups

15 Jerks 115lbs (ca. 52,5kg)

10 Frontsquats

Rest

Dieses workout zeigte wieder einmal, dass es nicht gut ist mit zu viel Power in die erste Runde zu starten. Nach 30 unbroken Pullups und etwas mehr als 1 Minuten über haben in Runde zwei nur noch 17 Pullups am Stück geklappt – wobei mehr drin gewesen wären, allerdings habe ich angefangen etwas zu taktieren. Nach einem 1A Workout, welches schlimmer als Nancy ist und bei welchem ich mich fast wie nach FRAN gefühlt habe ging es nach Halifax downtown und die Sonne genießen. An diesem Tag habe ich eine unangenehme Feststellung gemacht: Mein Handgelenk hat angefangen weh tu tun. Meine Schwester – angehendet Physiotherapeuten – hat mir, weil ich mit diesen Symptomen schon seit längerem zu tun habe, eine Sehnenentzündung diagnostiziert. Nun das habe ich auch geglaubt, bis mir an diesem Tag ebenfalls die Schulter angefangen hat weh zu tun und es in etwa die gleichen Symptome wie zur zweiten Wettkampfsaison in 2011 sind. Jetzt heißt es also wieder zum Arzt rennen, Untersuchungen über mich ergehen lassen usw. usw… Mein Instinkt sagt mir: Ein Muskuläres Problem, irgendwo im Bereich des Rückens, welches sich über die Schulter, Ellenbogen und Unterarm bis hin zum Handgelenk ausstrahlt und die Symptome einer Sehnenentzündung erzeugt.

Es galt noch einen Tag zu überwinden und das war der Dienstag bis zur Abreise. Wie sollte es auch anders sein: Morgens um 09:00 Uhr ging es erst mal in die Box. Nach einem zuvor sehr anstrengendem Programm bzw. Workout gab es an diesem Tag ein eher moderates Programm. Das hat auch echt ganz gut getan. Auf dem Programm standen

A)     Warmup

Run 2 Rounds, snatch work

B)      EMOM 10 mins

3x Snatch

C)      Strength

Every 90 sec on the 90 sec

8-10 heavy Backsquats

3 Rounds of

8-10 Goodmornings

60sec Rest

10-12 Splitsquats

60sec Rest

D)     3 Rounds of 60 sec work 30 sec Rest

Side Plank Hold

Neben Sachen packen und auf den Flug vorbereiten ging also auch ein letzter erfolgreicher Tag in Kanada zu Ende. Zurück in Deutschland heißt es: Form checken, Entwicklung analysieren, Training und Ernährung forcieren sowie voll Gas geben!

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