Pünktlich zum Jahreswechsel ein etwas andere Artikel…

…Als ich angefangen habe diesen zu schreiben, ist es mir verdammt schwer gefallen einen Fokus zu finden. Ich habe einige Anläufe gebraucht. Das lag wohl daran, dass ich mir mit Schreiben des Artikels gar nicht mal so klar gewesen bin, was die Message sein soll. Ich bin mir lange Zeit auch nicht im Klaren darüber gewesen, ob ich den Artikel überhaupt schreiben möchte wozu ich mich dann im Endeffekt – wie ihr ja seht – doch zu durchgerungen habe.

Zu Beginn möchte ich dazu ein wenig aus meiner eigenen Geschichte erzählen. Ich habe im Jahre 2006 mit dem Krafttraining im Fitnessstudio angefangen. Was mir damals nicht bewusst gewesen ist: Dieser Sport sollte meine Entwicklung maßgeblich mit prägen. Wie so viele andere Sportler bin auch ich durch Höhen und Tiefen gegangen – sowohl im Bereich Sport als auch das Leben drum herum; Beeinflusst durch den Sport. Aufgrund von Enttäuschungen, jugendlichen Leichtsinns behaftet mit klassischer Unerfahrenheit, hat es eine Zeit gegeben in welcher ich den Sport über alles gestellt habe. Geschuldet dieser Tatsache hat natürlich alles drum herum darunter gelitten: Die Ausbildung, das Studium, der eigene Freundes- und Bekanntenkreis. Das was sich für mich in diesem Abschnitt rückblickend herauskristallisiert und bestätigt hat: Wenn man sich einen Vorsatz setzt, dann nicht lange drüber reden, sondern es einfach machen.

Manch einem – und mit solch Fragen wurde ich durchaus auch konfrontiert – drängt sich die Frage auf, ob ich rückblickend irgendetwas bereue. Dazu kann ich an dieser Stelle ein klares NEIN formulieren. Wer weiß schon wo ich heute stehen würde, hätte ich damals nicht den Weg auf die Wettkampfbühne gewagt, mit all seinen Höhen und Tiefen, mit dem radikalen Weg den ich aus meinem heutigem Erfahrungsschatz so nicht mehr begehen würde.

Durch meine heiße Wettkampfzeit 2011 und die damit verbundene langwierige „Verletzungsphase“ bin ich – unter anderem – zum CrossFit gekommen. Natürlich hat auch mein enger Freundeskreis einen maßgeblichen Teil dazu beigetragen. Im Prinzip kann ich sagen, dass Sie mir die Augen geöffnet haben wenn auch die Einstellung damals bei, ich wage zu behaupten, uns allen ein wenig naiv bis hin zu einer ‚radikalen‘ Sporteinstellung (CrossFit > Rest) gedriftet ist. Und dazu kann ich sagen, dass ich Dankbar bin. Ich bin meinem Freundeskreis dankbar für die Öffnung dieses neuen Weges, ich bin dankbar für die Erfahrungen die ich in diesem doch recht harten und sehr abwechslungsreichen Wettkampfjahr machen durfte und ich bin sogar dankbar für diese sehr unangenehme und langwierige Verletzungsphase. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie zum Teufel man dankbar über eine Verletzungsphase sein kann, obwohl mich diese Verletzungsphase leistungstechnisch gesehen doch nur zurückgeworfen hat so beantworte ich diese im nächsten Abschnitt gerne.

Auf den ersten Blick mag das zutreffen und sicherlich war ich damals echt angenervt. Nicht nur, dass ich kein Sport machen konnte, es waren auch nervenaufreibende Schmerzen. Aber diese Erfahrung hat mich dazu getrieben mich noch intensiver mit meinem Körper auseinander zu setzen. Ich habe mein Training in der Vergangenheit hinterfragt und noch wichtiger: Ich habe mich noch mehr mit der eigentlichen Funktionalität des Körpers und allem was dazu gehört (die Muskelkette als Beispiel, der Bedeutsame Unterschied zwischen Mehrgelenks- und Eingelenksübungen sowie der wesentliche Unterschied zwischen freien und geführten Übungen) auseinander gesetzt. Durch diese Entwicklung habe ich mich mehr und mehr mit der Philosophie und Mentalität, welche sich hinter dem Begriff CrossFit verbirgt beschäftigt. Die körperliche Entwicklung – nicht unbedingt die verbesserte Leistungsfähigkeit wie Stärke, Schnelligkeit etc. sondern viel mehr das Beherrschen des eigenen Körpers – hat mir verholfen einen guten Übertrag zu neuen Bewegungsmustern herzustellen. Das alles hat meine Trainingsphilosophie natürlich maßgeblich beeinflusst.

Ebenfalls kann ich für mich festhalten, dass der Trend der Sport- und Fitnessszene in den letzten Jahren eine gute Entwicklung oder zumindest eine Entwicklung mit guten Ansätzen durchgemacht hat. Für mich hat die Marke CrossFit einen wesentlichen Teil dazu beigetragen. Dieser Trend ist in meinen Augen aber ebenso positiv wie negativ behaftet. Auf der einen Seite sind die Philosophie und der Gedanke hinter dem Namen CrossFit nach wie vor sehr gut und ist das der Weg, den meiner Meinung nach jeder Sportler (Spezialist) mit berücksichtigen und jeder Freizeitsportler verfolgen sollte. Es wurde ein in Ansätzen bereits bekanntes Konzept aus dem Leistungssport der breiten Masse attraktiv gemacht. Mit dieser Entwicklung geht aber eine Herausforderung einher: Die der steigenden Verantwortung die die Athleten sich selbst gegenüber haben aber vor allem die der Trainer ihren Klienten gegenüber. Nein, das muss ich an dieser Stelle relativieren. Meiner Meinung nach ist die Verantwortung der Trainer ihren Klienten gegenüber gleich geblieben. Doch wer sich als Trainer dem CrossFit verschreibt und dieses Konzept weiter trägt, der kann es sich noch weniger (nein eigentlich gar nicht) erlauben den von mir wahrgenommenen „Gleichgültigkeits-Trend“ und der mangelhaften individuellen Betrachtung der Klienten durch die Masse der in Deutschland praktizierenden Fitnesstrainer zu verfolgen. Vor allem aber ist das Trainer-Klienten-Verhältnis im CrossFit nicht nach zwei oder drei Sitzungen, nachdem alle Übungen an Geräten und ein paar an Freihanteln erklärt wurden, erledigt. Dieses Verhältnis ist ein wesentlich konstanteres und langanhaltenderes. Immer wieder muss der kritische Blick erfolgen um den Fortschritt und das saubere Training zu gewährleisten.

Die Parallelentwicklung zu diesem guten Trend, dass muss ich zu meinem Bedauern sagen, ist eine andere und mindestens so schlechte. Mehr und mehr geht es nicht darum dem Klienten, Kunden das zu vermitteln was der eigentlich gedachte Kern an CrossFit ist. Mehr und mehr geht es nur noch darum den Wettkampf mit anderen zu vermarkten und möglichst viel Geld zu verdienen. Das Verantwortungsbewusstsein ist bei vielen der Geldgeilheit gewichen und Oberflächlichkeit kehrt ein in die sich mittlerweile entwickelnde Massen-Community CrossFit. Auch diese Tatsache muss ich Rückblickend am Ende des Jahres 2014 und mit Einstieg in das neue Jahr 2015 für mich persönlich festhalten. Im Übrigen ist dies ein Trend der in meinen Augen in nahezu jedem Bereich des Sports festzuhalten ist: Überall dort, wo versucht wird mit kleinem Aufwand großes Geld zu machen wird auf kurz oder lang der Ursprung, die eigentliche Mentalität, der eigentlich Geist verraten und verkauft.

Keines Wegs möchte ich damit die Bewegung selbst sowie ihre Mitglieder anprangern. Ich halte es immer wieder für wichtig, dass Beobachtungen festgehalten werden und somit jeder die Möglichkeit hat sich selbst zu entscheiden, ob er/sie diese Beobachtung teilt und welchen Schluss er/sie daraus zieht. Meine Hoffnung ist jene, welche meine Einstellung teilen aber aus welchen Gründen auch immer auf diesen neuen von mir bezeichneten „Mainstream“-Trend aufgesprungen sind, resigniert haben oder anderes zu erreichen und zu bekräftigen am ursprünglichen Weg festzuhalten.

Es ging aber nicht nur um eine Reflexion des Sporttrends. Der erste Teil soll allen aufzeigen, dass in jeder Erfahrung Lernpotential steckt. Für den Moment ist etwas Schlechtes keine Frage: Etwas Schlechtes. Doch mit Masse kann man für sich selbst aus negativen Erfahrungen und Erlebnissen auch etwas Positives herausziehen.

Alle jene die sich zu Jahresbeginn immer wieder neue, vorbildliche Vorsätze setzen und am Jahresende feststellen: Irgendwie hat das mit dem Vorsatz nicht geklappt. Der Spruch „Träume nicht dein Leben sondern lebe deinen Traum!“ kommt nicht von irgendwo her. Ich lebe da eher die Mentalität: Einfach machen! Nicht groß planen und versuchen alles direkt zu perfektionieren. Ausprobieren lohnt sich und wenn etwas nicht geklappt hat, ist das kein Versagen sondern vielmehr die Möglichkeit zu lernen.

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