Energiedichte, Fett und das Körpergewicht

In der Januarausgabe der Ernährungsumschau des Jahrgangs 61 befindet sich eine Stellungnahme der DGE zur Energiedichte der Nahrung und dem Körpergewicht. Ein Punkt der Argumentationskette: Nahrungsmittel mit hohem Wasseranteil haben eine besonders niedrige Energiedichte wohingegen fettreiche Lebensmittel eine hohe Energiedichte aufweisen.

Sicherlich: Es wird versucht ein Zusammenhang zwischen der Energiedichte der zugeführten Lebensmittel und der körperlichen Zusammensetzung, vor allem dem Übergewicht herzustellen was soweit auch gelungen ist jedoch grundsätzlich nichts neues denn in der Ernährungsberatung ist dieser bereits seit geraumer Zeit bekannt.

Alles in allem gibt der Artikel einen wissenschaftlichen Überblick und eine Zusammenfassung doch sehe ich wieder einen gravierenden und typischen Fehler. Ja, Fett hat mehr als die doppelte Energie je ein Gramm im Vergleich mit Kohlenhydraten (neun zu vier) doch wird in diesem Zusammenhang nicht berücksichtigt, welche Menge Nüsse verglichen mit der Menge Reis die eine Person problemlos essen könnte.

Ein Zahlenbeispiel: 100g Reis setzten sich auch ca. 77g Kohlenhydraten und etwas Eiweiß zusammen und kommt dann in der Summe auf ca. 350 kcal wohingegen Mandeln auf 100g ca. 54g Fett, 22g Eiweiß und etwas Kohlenhydrate haben. In der Summe kommen Mandeln auf ca. 590 kcal. Für den Laien mag es auf den ersten Blick einfach sein (rein auf die Energieangaben schauen): Mandeln sollten eher gemieden werden als Reis. Dann stelle ich dem Laien aber die Frage: Hast du schon einmal versucht 100g Mandeln zu essen und das mit dem Versuch verglichen wie es ist 100g Reis zu essen? Gut 100g ist schon arg viel, dann reduziere ich die Vorgabe eben auf 50g. Welches Lebensmittel bietet das bessere Sättigungsgefühl und vor allem was ist mal eben ‚leichter‘ gegessen?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: 50g Mandeln zu essen, das geht einem spätestens mit dem ganzen kauen ziemlich auf die Nerven und diese führen ein recht qualitatives Sättigungsgefühl hervor. 50g Reis hingegen, die sind mal eben schnell gegessen und ebenso schnell sind auch mehr als 50g Reis gegessen. Natürlich ist der Vergleich fragwürdig doch möchte ich damit die pauschalisierte Aussage mit Energiedichten Lebensmitteln und Körpergewicht und in diesem Zusammenhang fettreiche Lebensmittel als energiedichte Lebensmittel darzustellen relativieren.

Das Problem das ich sehe: Es wird ein wissenschaftlicher Fokus auf etwas gelegt und nur dieser betrachtet. Andere Rahmenfaktoren werden außer Acht gelassen welche aber gerade in der Ernährung eine wesentliche Rolle spielen. JA es lässt sich ein Zusammenhang zwischen Energiedichte und Körpergewicht herstellen doch sollte dieser Zusammenhang auch soweit näher beleuchtet werden, dass die energiedichten Lebensmittel auseinander genommen werden. Die absolute Energiedichte ist das eine, die relative Energiedichte etwas anderes. Mit relativ meine ich in diesem Fall das oben aufgeführte Beispiel. Auf 100g Lebensmittel (Reis und/oder Mandeln) haben die Mandeln eine höhere Energiedichte doch wird in Gramm gemessen tendenziell mehr Reis als Mandeln verzehrt also absolut auch mehr Energie in Form von Reis als in Form von Mandeln verzehrt. Diese isolierte Betrachtung läuft nur auf die Gefahr hinaus, das dem Fett grundsätzlich etwas Negativeres zu Laste gelegt wird als es meiner Meinung nach verdient hat.

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