Vergangenes Wochenende stand bei mir die theoretische und praktische Weiterbildung im Fokus. Ich habe das Mobility Seminar Basic und Advance von Patrick Meinart besucht. Die Seminare liegen derzeit preislich bei 69,- € und 169,- €. Stattgefunden haben beide Seminare im The Gym in Unterhaching. Das Basic Seminar hat dabei einen drei bis vier stündigen Umfang, das Advance Seminar liegt bei sieben bis acht Stunden. Ergänzend zu beiden Seminaren wird ein Manual ausgeteilt.

[caption id="attachment_912" align="aligncenter" width="421"]Teilnehmer des BASIC Seminar Teilnehmer des BASIC Seminar[/caption]

Das BASIC Seminar

Das Basic Seminar umfasst vor allem die theoretische Grundlage des Mobility-Trainings. Es wird unter anderem die Frage der Definition behandelt und die Unterscheidung zwischen Flexibilität (statisches halten, passives arbeiten/stretching) und Mobilität (aktive Beweglichkeit, Verbesserung der Range of Motion) diskutiert und verdeutlicht. Neben der Begriffsdefinition werden die drei wesentlichen Bausteine dargestellt und erörtert: 1) „Never make a painful face“, 2) „Stay focused“ und 3) „switch your speed“. Der Zusammenhang zwischen Mobility (Beweglichkeit), Stability (Stabilität) und Movement (Bewegung) wird erklärt und auseinander genommen worauf aufbauend klargestellt wird welche Bedeutung Mobility für ein beschwerdefreies (pain free) Leben (Training) hat.

Es werden unterschiedliche Begrifflichkeiten aufgegriffen, als Thematik zusammengefasst und erklärt. Dazu gehören unter anderem: „Body Maps“, Mechanorezeptoren, Propriozeption und den Zusammenhang zwischen Mechanorezeptoren, Bewegungsvermögen und Propriozeption und natürlich in wie fern Mobility mit diesen Begrifflichkeiten in Verbindung steht. Ein weiterer Bestandteil ist die Bedeutung der Schmerzwahrnehmung. In diesem Zusammenhang wird der Startle Reflex aufgegriffen und erklärt, ebenso wie der arthrokinetische Effekt.

Der wesentliche Praxisteil baut unter anderem auf der Kniebeuge bzw. der Mobilität der Hüfte und des Sprunggelenks auf. Neben der korrekten Technik wird darauf eingegangen, wie man mittels R.N.T. (Reactive Neuromuscular Training) die eigene Technik, aber auch die Technik von Klienten bzw. Athleten verbessern kann. Abschließend werden Mobility Drills gezeigt welche sich unter anderem zur Verbesserung der Kniebeugetechnik, aufgrund der Verbesserung der Range of Motion, anwenden lassen.

Dies sind Auszüge, was im Basic Seminar behandelt wird. Generell kann ich sagen, dass weder eine Zusammenfassung, noch das Manual das eigentliche Seminar ersetzen. Dazu wird im Seminar viel zu sehr auch auf individuelle Fragen und Bedürfnisse eingegangen was dazu führt, dass jedes Seminar zwar das gleiche Grundgerüst besitzt aber doch in gewisser Weise individuell ist.

Das Advance Seminar

Nachdem im Basic Seminar die Oberfläche angekratzt wurde, wird aufbauend auf dem vermittelten Wissen im Advance Seminar alles noch einmal tiefer beleuchtet. In den Theorieteil eingestiegen wird noch einmal mit der Differenzierung von flexibilty und mobility. Es werden einige Vorurteile und Mythen aufgegriffen ihre Entstehung hergeleitet und sie stichhaltig und logisch widerlegt. Dabei wird intensiv auf die „Notwendigkeit“ des stretching eingegangen.

Ein weiterer Bestandteil des Seminars ist ein tieferer Einblick in die Bedeutung und Entstehung von Schmerz und was das für das Training bzw. den Alltag bedeutet. Es werden die Hauptfunktionen von Gelenken betrachtet und welche Bedürfnisse diese besitzen. Einen großen Stellenwert genießt das Erlenen des Mobility Warm Up Drills. Es werden aber auch weitere Dynamic Drills behandelt.

Nachdem im ersten größeren Block ausgiebig auf Praxis und Theorie der Mobility eingegangen wurde, behandelt der letztere Teil die Thematik der FOAM Rolling, Banded Stretching und Flossing. Im Zusammenhang mit dem FOAM Rolling wird vor allem herausgestellt, wann es Sinn macht zu rollen und vor allem wo es mit welchem Ziel Sinn macht. Diese Frage ist nicht ganz trivial zu beantworten und hängt von vielen Faktoren ab. Gleiches gilt aber auch für das Banded Streching und das Flossing.

Die eigene Bewertung

Insgesamt sind beide Seminare in Gänze in meinen Augen unverzichtbar. Nicht nur die in meinen Augen mehr als herausragende Kompetenz und das breit aufgestellte Wissen des Referenten sind dafür verantwortlich. Auch die meiner Meinung nach sehr wichtige Einstellung, dass vieles eben Mittel zum Zweck ist und der objektive Umgang mit unterschiedlichen Sportarten, wirken sich in diesem Zusammenhang positiv aus. Abgesehen davon, dass ich der festen Überzeugung bin, dass sich JEDER (egal aus welcher Sportart – ob CrossFit, Bodybuilding, Powerlifting, Kampfsport, Ballsport etc. – heraus oder ob ‚Freizeitsportler‘) mit dieser Thematik auseinander setzen muss, ist auch jeder eben aufgrund der offenen und objektiven Einstellung in diesen Seminaren sehr gut aufgehoben.

Zwar hatten wir hin und wieder ‚kleinere‘ Zeitprobleme, was sich insofern ausgewirkt hat, dass einzelne Themen weniger tief als anderen angeschnitten wurden. Ich sehe darin aber keinerlei Grund eine negative Bewertung vorzunehmen. Letztlich handelt es sich um eine Dienstleistung bei der es darum geht den Bedürfnissen des Kunden gerecht zu werden. Das es zu diesen ‚Zeitproblemen‘ gekommen ist lag in diesem Fall keines Wegs daran, dass man von einem schlechten Zeitmanagement reden könnte. Es lag viel mehr daran, dass während des Seminars der Schwerpunkt voll und ganz auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen gelegt wurde was mitunter eine unterschiedliche Gewichtung der Themen erzwingt. Insgesamt sehe ich darin ein Merkmal was FÜR die Qualität der erbrachten Dienstleistung beider Seminare spricht.

Zusätzlich wurde es hier meiner Meinung nach geschafft den Spagat zwischen ‚Nicht‘-Fachpersonal und Fachpersonal zu meistern, beide Personenkreise gleichermaßen anzusprechen und vor allem das wesentliche beiden Personenkreisen zu vermitteln: Welche Bedeutung Mobility besitzt und wie ich sie verbessern und in meine eigenes Training einbinden kann. Sicherlich sind einige Fachbegriffe aufgrund mangelnder Vorausbildung überfordernd, für den Moment. Das lässt sich jedoch bei der Komplexität eines solchen Themas nicht vermeiden. Wenn ich als nicht Englisch-Muttersprachler in ein englischsprachiges Land reiße, ohne mich bereits mit den wesentlichen Grundlagen (Vokabular bspw.) auseinander gesetzt zu haben werde ich auch nicht alles verstehen. Und selbst wenn das Grundvokabular sitzt bedeutet das nicht, dass die Verständigung einwandfrei funktioniert.

Meine Empfehlung ist also eindeutig und klar: Seminar buchen und teilnehmen, unabhängig davon, welchen Background man besitzt. Das wissen, vorausgesetzt es wird umgesetzt, kann nur zu einer Verbesserung der eigenen Lebensqualität führen. 5 von 5 Punkte!

https://www.youtube.com/watch?v=6QIpB9dVL1I]]>

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