Das Geheimnis FDM – Wie starker Husten deine Bewegungsfähigkeit einschränken kann

Den Begriff Triggerpunkt hat, spätestens mit dem FOAM Roller, wahrscheinlich jeder schon einmal gehört. Viele haben sich wohl auch schon selbst einer Triggerpunkttherapie bei ihrem Physiotherapeuten ausgesetzt, teilweise auch, ohne dass sie es wussten. Unter Garantie haben sich einige ihren Triggerpunkt auch schon selbst behandelt, ohne dass sie wussten, was sie da tun.

In der Triggerpunkt Therapie wird in unterschiedliche Triggerpunkte unterschieden.

Das Web bietet zur Definition des Begriffs Triggerpunkt in erster Linie die mit der Triggerpunkttherapie verbundene Betrachtungsweise. Demnach handelt es sich bei einem myofaszialen Triggerpunkt um lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur welche häufig auch zu ausstrahlenden Schmerzerscheinungen führen. Die Triggerpunkt Akademie unterteilt den Begriff weiter. Demnach ist ein myofaszialer Triggerpunkt in den aktiven, latent myofaszialen und assoziierten myofaszialen Triggerpunkte zu unterscheiden. Die Definitionen der unterschiedlichen Triggerpunkte können dem Papier der Akademieentnommen werden.

Im FDM gibt es nur einen Triggerpunkt welcher als vorstoßendes Gewebe verstanden wird.

Im FDM gibt es nur den hernierten Triggerpunkt. Die Definition dieses Triggerpunktes unterscheidet sich deutlich von den bisher gängig verbreiteten Definitionen. Demnach ist ein Triggerpunkt eine Protrusion (Vorschieben, Fortstoßen) von Gewebe aus tieferen Schichten, welche durch die darrüberliegende Schicht bestehend aus Faszien durchdringt. Ursache für das Vorschieben des Gewebes ist meist ein zu hoher Druck innerhalb des Brustkorbes (intrathorakal) bei gleichzeitiger Bewegung, wie es beispielsweise bei der Pressatmung der Fall sein kann. Aber auch generell falsches Training, starker Husten oder eine falsche Körperhaltung tragen zu einem Triggerpunkt bei. Das vorgeschobene Gewebe muss nicht immer Probleme bereiten. Oftmals schiebt es sich von allein wieder zurück, weil es nicht „eingeklemmt“ wurde. Wird es eingeklemmt, kann es nicht selbstständig zurück gleiten und führt zu einer schmerzbehafteten Bewegungseinschränkung. Da für einen hernierten Triggerpunkt ein Druckunterschied bestehen muss, findet man solche Triggerpunkte meist nur im Bereich des Thorax (Brustkorb).

Bewegungseinschränkungen, Hexenschuss oder extreme Kopfschmerzen weisen auf einen Triggerpunkt hin.

Ein solcher Triggerpunkt provoziert unterschiedliche Beschwerden. So deuten ein akuter Hexenschuss, extreme Kopfschmerzen oder eine schmerzfreie Einschränkung der Beweglichkeit auf eine solche Distorsion hin. Der Triggerpunkt selbst wird durch eine deutlich erhöhte Spannung punktuell und im weiteren Umfeld deutlich. Im Bereich Nacken/Schulter kann er entfernte Probleme wie nächtliches Einschlafen der Hände, eine Kiefergelenkdysfunktion oder Kopfschmerzen auslösen. Berichten zufolge konnte Typaldos Hernien im Abdomen (Bauch) mit Gallenkolik, Pankreatitis und Blinddarmschmerzen in Verbindung bringen.

Der Körper versteht diese Protrusion von Gewebe nicht als Verletzung oder Wunde, weshalb eine Selbstheilung für gewöhnlich ausbleibt. Das Modell geht davon aus, dass diese „Bruchpforten“ als eine Art Ventil dienen, um sicherzustellen, dass intraabdominal kein zu großer Druck entsteht. Bei einem erhöhten intraabdominalen Druck können Organe Verletzungen davon tragen. Dies unterstreicht die Schutzfunktion der Faszien.

Das typische Kneten oder greifen der Nackenmuskulatur entspricht der typischen Körpersprache.

Erkennen kann man solche Triggerpunkte daran, dass der Patient mit mehreren Fingern auf ein Areal zeigt, bspw. dieses typische Kneten und Greifen der Nackenmuskulatur. Zusätzlich wird der Schmerz als dumpf beschrieben oder allgemein von ständigen Verspannungen gesprochen.

Klinisch spricht der Patient von einem Schmerz in der Tiefe, Bewegungseinschränkungen im Umfeld und häufig vom Einschlafen der Hände, Spannungskopfschmerzen, Kieferproblemen und ständig wiederkehrenden Tinnitus Empfindungen und einem Schwindelgefühl.

Bei der Untersuchung lässt sich eine tiefliegende, schmerzhafte Gewebsprotrusion ertasten. Diese fühlt sich an wie eine gelartige Murmel. Wird Druck auf diesen Punkt ausgeübt kann es zu neurologischen Erscheinungen wie bspw. Kribbeln oder Ameisenlaufen kommen. Außerdem ist sowohl eine passive als auch aktive Bewegungseinschränkung festzustellen.

Ein großer, dauerhaft Druck wird zur Reponierung benötigt, was eine hohe Schmerztolleranz des Patienten voraussetzt.

Wie bei allen Behandlungen nach FDM wird ein großer Druck zur Reponierung benötigt. Es ist durchaus notwendig den Druck mehrmals abzusetzen und neu anzusetzen. Führt die Behandlung zum Erfolg so beschreibt der Patient eine Art Aufschmelzen bzw. nachlassen des Drucks. Auch der Therapeut selbst bemerkt eine zunehmende Auflösung der Gewebsprotrusion. Es wird empfohlen den Druck weitere 10 Sekunden zu halten und anschließend den Bereich aktiv zu bewegen. Wird keine Besserung herbeigeführt so ist von einer falschen Diagnose oder unzureichenden Reponierung auszugehen.

Die eigene Erfahrung zeigt: Der hernierte Triggerpunkt ist die schmerzhafteste Behandlung.

Neben der Behandlung von Triggerbändern, Continuum Distorsionen, Zylinder- oder Faltdistorsionen ist die Behandlung eines hernierten Triggerpunktes die wohl schmerzhafteste und jene, welche die längsten Nachwirkungen mit sich bringt. Neben dem typischen Müdigkeitsgefühl, nach einer intensiven Behandlung, kann es mit einer 24 stündigen Verzögerung zu einem kompletten „Systemabsturz“ kommen. Stellt euch vor, jemand drückt den Reset-Knopf eures Rechners und er startet erst deutlich verzögert neu. Erbrechen, ein Anflug von Schüttelfrost und 2 bis 3 Tage in denen du vollkommen platt bist stellen den Neustart dar. Was ist passiert? Tatsächlich kann ich nur Vermutungen anstellen: Die intensive Schmerzerfahrung für einen längeren Moment hat zu einer Reizüberflutung geführt, welche das vegetative Nervensystem überfordert und dieses zum Absturz gebracht hat. Die Symptome wie Erbrechen, Schüttelfrost aber ohne Infekt, extreme Müdigkeit sprechen für einen „kleinen“ Kreislaufzusammenbruch. Die 2 bis 3 Tage „Ausfall“ benötigen der Körper, das Nervensystem und alles was runtergefahren ist um sich zu regenerieren und wieder „hochzufahren. Aber keine Sorge, danach fühlt ihr euch wie neu geboren.

Zusammenfassend für den hernierten Triggerpunkt bedeutet das:
  • Im FDM ist ein Triggerpunkt eine Protrusion von Gewebe.
  • Ein Druckunterschied ist notwendig, deshalb taucht die Distorsion für gewöhnlich im Bereich Thorax auf.
  • Hoher Druck bei gleichzeitiger Bewegung ist der Auslöser dieser Distorsion, aber auch starker Husten oder falsche Körperhaltung können schuld sein.
  • Die „Bruchpforten“ dienen wahrscheinlich als Ventil und damit einer Schutzfunktion.
  • Beschwerden wie Hexenschuss, Kopfschmerzen, schmerzfreie Einschränkungen der Beweglichkeit sprechen für solche Distorsionen.
  • Eine Selbstheilung bleibt für gewöhnlich aus.
  • Zur Reponierung wird ein dauerhafter, hoher Druck benötigt.

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