Perfekt, zurück in Deutschland und weiter geht es für euch mit meinem Teil 2. In Teil 1 habe ich euch näher gebracht, wie der Weg bis heute ausgesehen hat und ihr habt einen Einblick in meine Ernährungspläne erhalten. Außerdem habt ihr erfahren, wie meine erste Wettkampfsaison verlaufen ist und ein Gefühl dafür bekommen, was für einen Käse ich da gemacht habe. Aufgehört habe ich mitten in der Erzählung über die Bulkingphase. Dort werden wir im folgenden einsteigen.

…hier geht es zu Teil 1

Im Zuge dieser Zeit haben wir an unserer Universität eine Leistungsgruppe gegründet und nach Mitstreitern gesucht, welche sich ebenfalls an einem Wettkampf versuchen wollen. Insgesamt haben sich 5 Athleten gefunden, welche sich bis zum Wettkampf durchgebissen haben. Auch konnten wir eine Verbindung zu Michael Metzger knüpfen, welcher uns in dieser Saison viel geholfen hat und stets zur Seite stand. Aufgrund eigener Recherchen habe ich mich in dieser Vorbereitung für eine andere Ernährungsform, eine andere Verteilung der Makronährstoffe entschieden. Zusammen mit seiner Hilfe haben er und ich die Ernährungspläne für einen Teil der Athleten erstellt, überarbeitet und stets angepasst. Das Ernährungskonzept belief sich diesmal auf lowcarb, moderatfat, highprotein. Bereits von Anfang an hat sich dieses Konzept als das bessere erwiesen. Geistige und körperliche Leistungsfähigkeit war bis auf die letzten 2-3 Wochen stets gegeben. Interessanterweise ist die Leistungsfähigkeit erst mit hochschrauben des Cardiotrainings so richtig eingebrochen. Auch das Training habe ich ein wenig angepasst. Dieses Mal wurde ein 3 Tage on 1 Tag off 2 Tage on 1 Tag off Zyklus verfolgt. Anfangs bin ich auf einem 3er Split (klassischer Push/Pull) gefahren. Zwischendurch wurde der Plan auf einen 5er-Split umgestellt und von eher leichtem Gewicht und sehr kurzen Pausenfrequenzen auf schweres Gewicht mit eher etwas längeren Pausen gewechselt. Konzentrationsmethoden wurden nach wie vor verwendet. Dazu gehörten Supersätze, Intensivwiederholungen und Reduktionssätze. Im Endeffekt konnte ich mich auf der Bühne mit knapp 66-67kg behaupten. Eine eindeutige Steigerung im Vergleich zur ersten Saison und auch der Jojo-Effekt hat sich nach dieser Saison stark in Grenzen gehalten, im Gegensatz zur ersten Saison. Fressattacken wie im Frühjahr, über mehrere Wochen hinweg, die hat es dieses Mal nicht gegeben. Doch bereits in der Vorbereitung, etwa 8-10 Wochen vor dem ersten Wettkampf habe ich Probleme mit der Schulter bekommen. Diagnostiziert wurde eine Verkalkung der Supraspinatus Sehne. Diese Problematik und Diagnose sollte in meinem sportlichen Werdegang zu einer maßgeblichen Veränderung führen.

Das Fazit, welches ich mir also aus dieser Saison ziehen konnte: hartes, schweres Training mit hohen Gewichten in Kombination mit einer stets hohen Intensität im Training schadet durchaus mehr, als das es hilft. Außerdem spielt Fett in der Ernährung eine ganz elementare Rolle, damit auch bei niedrigem Körperfettanteil sowie eine hohen körperlichen Belastung nach wie vor Leistung erbracht werden kann. Kohlenhydrate hingegen sind, für das tägliche Leben, gänzlich überbewertet. ACHTUNG: das tägliche Leben, es ist nicht die Rede von Leistungs- bzw. Hochleistungssportlern!

Nachdem die zweite Wettkampfsaison mit Abschluss der Amateurweltmeisterschaft in New York beendet wurde – mit einer für mich sehr unzufrieden stellenden Leistung, welche durch die Undankbarkeit des Wettkampfes nur noch verschlimmert wurde – habe ich mich der Regeneration meines Körpers gewidmet. In Zusammenarbeit mit meinem guten Freund Art Claas van der Heide, welcher den SuprFit Blog betreibt und personell Trainer ist, haben wir ein Training zusammengestellt, welche die Regeneration unterstützen sollte. Der Schwerpunkt wurde auf Stabilitäts- und Gleichgewichtsübungen gelegt, vor allem aber auf funktionelles Training. Isolationsübungen haben keinen Platz mehr gefunden. Nach dreimonatiger Behandlung und keinerlei Besserung sowie der Meinungen zweier Physiotherapeuten aus meinem Freundeskreis, dazu gehörend auch Michael Metzger, habe ich den behandelten Therapeuten gewechselt. Nach nur zwei Sitzungen sind die Beschwerden behoben gewesen. Im Endeffekt war es die erste Rippe, welche Probleme gemacht hat, die nicht Sehne selbst.

Durch den umgestellten Plan und erste Eindrücke von CrossFit durch Art, habe ich mich dazu entschlossen dies eine Zeit lang auszuprobieren. So richtig eingestiegen bin ich mit den Open, der ersten Ausscheidungsrunde der CrossFit Games 2012 (das war März rum). Eine große Herausforderung nach einer längeren Pause und keiner Kenntnis über die teilweise spezifischeren Bewegungsmuster und Übungen doch es hat funktioniert. Das Konzept und die Idee dahinter haben überzeugt. Aussehen bzw. Muskelmasse sind an zweite Stelle gerückt. Viel wichtiger ist die Funktionalität der Muskulatur und des Körpers geworden und diese wird mit CrossFit sehr breit trainiert, was allein durch das Ziel ausgedrückt wird, auf das unvorbereitete möglichst gut vorbereitet zu sein. Teilweise sind, meine schon lange existierenden Rückenprobleme, nicht wesentlich besser geworden. Insbesondere zu Prüfungsphasen hin habe ich immer wieder mit extremen Rückenbeschwerden zu kämpfen gehabt. Sicherlich mag der psychische Druck eine Rolle gespielt haben, aber auch der eigene Trainingszustand trug dazu bei. Mein Körper war noch stark vom Isolationstraining vorbelastet, unsymmetrisch trainierte Muskulatur waren nach wie vor Merkmale. Als klassischstes Beispiel aufzuführen ist eine für den trainierten Rücken zu schwach trainierte Bauchmuskulatur sowie ein zu schwach trainierter Beinstrecker im Vergleich zum Beinbeuger oder aber umgekehrt. Mit der Ergänzung meines Trainings durch das dynamax MedBall Training (unter anderem der Schwerpunkt auf 3D Bewegungsmuster – Medizinball Training) konnte ich aber auch an dieser Baustelle sehr schnell Fortschritte erzielen. Eigentlich hatte ich den Wettkampfgedanken Ende 2011 an den Nagel gehängt. Jedoch mit der Erfahrung durch CrossFit habe ich mehr und mehr mit dem Gedanken gespielt, einmal eine Vorbereitung mit diesem Trainingskonzept zu bestreiten. Aber auch dieser Gedanke war noch nicht so sehr gereift. Im Verlaufe der Zeit bis zum Start der Vorbereitung ist er immer mal wieder hervorgestoßen und dann doch wieder verloren gegangen, wie das Leben eben so spielt. Es ist und bleibt unvorhersehbar, was als nächstes folgt.

Viel geschrieben, wenig konkretes zur eigenen Motivation und meinen Zielen, warum dieses Jahr und mit diesen Konzepten – wenn auch es zwischen den Zeilen, insbesondere im letzten Abschnitt, herauszulesen ist.

Warum also diese Vorbereitung? Wie ich erwähnt habe hat mich das Konzept CrossFit überzeugt. Meine eigene Entwicklung zeigt mir ebenfalls, dass CrossFit nicht nur dem Körper in funktioneller Hinsicht trainiert sondern zugleich auch in der Frage der Ästhetik, des Auftretens, Aussehens und der körperlichen Zusammensetzung. Die Frage der Muskulatur Entwicklung steht definitiv nicht hinten dran. Die Motivation ist also herauszufinden, welches Ergebnis ein solches, komplett differenzierendes Trainingskonzept von dem des klassischen Hypertrophietrainings, hervorbringt. Ich für mich habe bereits von Anfang an eine gewisse Überzeugung, welche ich bestätigen möchte. Aber auch aus der eigenen Überzeugung heraus, dass ein übermäßiges Isolationstraining kontraproduktiv für die eigene Gesundheit ist möchte ich der Szene zeigen, dass man auch auf anderem Wege zu einem beachtlichen, konkurrenzfähigen Aussehen auf der Bühne gelangen kann. Dies spiegelt gleichzeitig auch etwa das eigene Ziel wieder. Anderen Bodybuilderathleten eine ‚gesunde‘ Alternative aufzuzeigen. Wobei hier auch klar zu stellen ist, dass ‚gesund‘ in diesem Zusammenhang rein subjektiv zu sehen ist. Die Benefits liegen klar auf der Hand: Neben einem möglichen gut aussehendem Körper (auch hier spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle) ist Funktionalität, Power und Leistungsfähigkeit gewährleistet.

In Bezug auf die Ernährung, so hat sich das Ziel erst so richtig mit der Auseinandersetzung eines von mir bald veröffentlichen Artikels  gereift: Allen die Möglichkeit aufzeigen, dass auch in der Ernährung ein breites Spektrum an gut funktionierende Konzepten vorliegt, sowie eine hohe Mahlzeitenfrequenz pro Tag nicht notwendig ist.

eat clean get lean be strong

Euer Alex

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